Hamburg, 02. Oktober 2026

Wenn Private Equity auf Wissenschaft trifft: Die Geschichte hinter unserer Kooperation mit der HHL Leipzig

Was passiert, wenn man mehr als zehn Jahre Private-Equity-Daten für die Wissenschaft öffnet? Im Rahmen unserer Fondsanalyse und Due Diligence ist bei Astorius über viele Jahre eine umfangreiche Datenbasis entstanden. Sie enthält Informationen zu Fonds, Transaktionen, Bewertungen und Werttreibern. Daten in dieser Detailtiefe sind öffentlich kaum verfügbar.

Seit mehr als zehn Jahren stellen wir Wissenschaftlern und Doktoranden der HHL Leipzig Graduate School of Management Teile dieser Datenbasis für ihre Forschung zur Verfügung. Der Schutz der zugrunde liegenden Daten hat dabei stets höchste Priorität. Die Originaldaten werden ausschließlich in unseren Räumen bearbeitet und für wissenschaftliche Auswertungen anonymisiert bereitgestellt. Die Datenbasis wurde über die Jahre strukturiert, erweitert und um neue Fragestellungen ergänzt. Inzwischen sind daraus elf Forschungsarbeiten und Working Papers entstanden. Darunter:

  • „The Two-Dimensional Impact of Leadership Diversity“: Untersucht den Zusammenhang zwischen Diversität in Führungsteams und der Performance von Private-Equity-Fonds. Erschienen 2026 in Corporate Finance.
  • „Pricing and Value Creation in Private Equity-Backed Buy-and-Build Strategies“: Untersucht, woher die Wertsteigerung bei Buy-and-Build-Strategien tatsächlich kommt. Veröffentlicht 2022 im international renommierten Journal of Corporate Finance.
  • „Multiple Arbitrage and Buyout Performance: Evidence from Deal-Level Data“: Analysiert die Zusammensetzung der Performance in Buy-and-Build-Deals und zeigt, welcher Anteil durch Multiple Arbitrage zustande kommt. Eingereicht beim Journal of Corporate Finance.

Über diese besondere Zusammenarbeit haben wir bislang kaum gesprochen. Das möchten wir ändern. In einer zweiteiligen Serie erzählen wir, wie diese Verbindung zwischen Private-Equity-Praxis und Wissenschaft entstanden ist und was sich aus den Daten lernen lässt. Für Teil 1 haben wir mit Prof. Dr. Bernhard Schwetzler gesprochen, der die Private-Equity-Forschung an der HHL seit vielen Jahren prägt und die wissenschaftliche Seite der Zusammenarbeit mit Astorius seit ihren Anfängen koordiniert.

Sie möchten schon jetzt tiefer in die Forschungsergebnisse einsteigen? Fordern Sie eine Studie über den folgenden Button an. Wir senden Ihnen diese dann gerne zeitnah per E-Mail zu.

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Astorius-Daten für die Wissenschaft

Als Prof. Dr. Bernhard Schwetzler vor rund zwei Jahrzehnten begann, Private Equity intensiver wissenschaftlich zu untersuchen, stieß er schnell auf ein grundsätzliches Problem: Es fehlten die Daten. Während an öffentlichen Kapitalmärkten Tausende Unternehmen und Transaktionen ausgewertet werden können, bleiben Bewertungen, Kaufpreise und die operative Entwicklung von Private-Equity-Portfoliounternehmen häufig unter Verschluss.

Wie groß die Hürde war, erlebte Schwetzler bereits um 2005/2006. Gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) wollte er damals eine belastbare Datenbasis für die Forschung aufbauen und dafür Informationen direkt von Private-Equity-Unternehmen sammeln. Nach rund einem Jahr Arbeit lagen lediglich zu 19 Deals alle relevanten Informationen vor. Für wissenschaftlich belastbare Aussagen war das zu wenig.

Schwetzler suchte deshalb gezielt den Austausch mit der Private-Equity-Praxis. Im Jahr 2013 kam er erstmals mit Astorius ins Gespräch. Aus dem ersten Austausch entwickelte sich schnell ein gemeinsames Interesse an der Frage, wie die bei Astorius vorhandenen Transaktionsdaten auch wissenschaftlich genutzt werden könnten.

Aus Due Diligence wird Forschungsgrundlage

Astorius hatte durch die eigene Fondsanalyse und Due Diligence bereits zahlreiche Informationen zu Fonds und einzelnen Transaktionen zusammengetragen, darunter Entry- und Exit-Multiples, Werttreiber und weitere Datenpunkte. Für uns dienen diese Informationen vor allem einem Zweck: Fonds und Manager möglichst fundiert beurteilen zu können.

Für Prof. Schwetzler und sein Forschungsteam eröffneten dieselben Daten eine ganz andere Möglichkeit. Sie konnten Fragen untersuchen, die sich mit öffentlich zugänglichen oder kommerziell erhältlichen Daten nicht beantworten ließen. Eine Datenbasis für Due-Diligence-Zwecke ist allerdings noch kein wissenschaftlicher Datensatz. Doktorandinnen und Doktoranden der HHL arbeiten deshalb zeitweise direkt bei Astorius in Hamburg. Sie strukturieren Informationen, ergänzen neue Datenpunkte und entwickeln die Datenbasis entlang ihrer jeweiligen Forschungsfragen weiter.

Die Originaldaten werden ausschließlich in unseren Räumen bearbeitet und für wissenschaftliche Auswertungen anonymisiert bereitgestellt. So entwickelte sich die Datenbasis über die Jahre kontinuierlich weiter: durch die laufende Fondsanalyse von Astorius ebenso wie durch neue Fragestellungen aus der Wissenschaft. Inzwischen sind aus der Kooperation elf Forschungsarbeiten und Working Papers hervorgegangen.

Fragen untersuchen, die vorher kaum untersucht werden konnten.

Genau darin sieht Schwetzler den besonderen wissenschaftlichen Wert der Zusammenarbeit: Die Daten ermöglichen Untersuchungen zu Fragestellungen, für die bisher schlicht die empirische Grundlage fehlte. Die Kooperation funktioniert dabei in beide Richtungen: In der Private-Equity-Praxis entstehen unterschiedliche Ansätze, um Unternehmen weiterzuentwickeln und den Wert von Investments zu steigern.

Die Wissenschaft kann anhand größerer Datensätze untersuchen, welche Muster und Zusammenhänge sich über viele Transaktionen hinweg erkennen lassen und welche Faktoren tatsächlich mit erfolgreicher Wertentwicklung zusammenhängen. Daraus entstehen wiederum Erkenntnisse, die auch für unsere eigenen Investmententscheidungen besonders relevant sein können.

Was verraten die Daten über Private Equity?

Die Kooperation ist inzwischen Grundlage mehrerer Forschungsprojekte geworden, die auf Basis der Astorius-Daten teils überraschende Antworten liefern.

So zeigt eine aktuelle Studie zum Beispiel: Familienunternehmen verkaufen signifikant öfter über exklusive Einzelverhandlungen statt Auktionen, selbst wenn sie dabei auf einen Teil des möglichen Kaufpreises verzichten. Eine weitere Studie untersucht, welchen Anteil Multiple Arbitrage tatsächlich am Erfolg von Buy-and-Build-Strategien hat.

Im zweiten Teil unserer Serie, der Ende Oktober erscheint, gehen wir konkret auf Forschungsergebnisse ein und erläutern, welchen Einfluss sie auf Entscheidungen im Private Equity haben.

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